Der Teutoburger Wald

Der südliche Teil des Teutoburger Waldes. Kartenentwurf: J. Baral u. A. W. Kaemper, aus: Lippe (Landeskunde Nordrhein-Westfalen), hg. v. W. Rinne, Paderborn 1993, S. 82

Geographie und Geologie

Der Teutoburger Wald ist ein westfälischer Mittelgebirgszug, der sich auf einer Strecke von ca. 105 km von Hörstel (Kreis Steinfurt) im Nordwesten bis Horn-Bad Meinberg (Kreis Lippe) im Südosten erstreckt. Die Externsteine gehören zu diesem südöstlichen Ausläufer des Teutoburger Waldes. Ganz in der Nähe der Felsengruppe erhebt sich auch der Barnacken, der höchste Berg des Gebirgszuges (446 m über NN). Nur wenige Kilometer weiter schließt das Eggegebirge an.

Der Teutoburger Wald ist nur 2 bis 2,6 km breit. Er gliedert sich in drei parallel verlaufende Ketten aus unterschiedlichen Gesteinsschichten, nämlich der Oberkreide im Westen, der Unterkreide in der Mitte und dem Muschelkalk (mittlere Trias) im Osten. Die mittlere Kette, zu der auch die Externsteine gehören, besteht aus dem widerstandsfähigen Osning-Sandstein, der früher ein beliebtes Baumaterial war.

Entstehung

"Vor ungefähr 135 bis 100 Millionen Jahren wurden auf dem Grund eines nordwesteuropäischen Flachmeeres Sande abgelagert. Die damalige Zeit wird Untere Kreide genannt. Die Ablagerungen bildeten sich unter dem Druck der in späteren Zeitaltern abgelagerten Schichten in ein hartes Gestein um, das wir heute Osning-Sandstein nennen.

Diese ursprünglich horizontale Schichtabfolge wurde im Bereich des heutigen Teutoburger Waldes bzw. der Egge gegen Ende der Kreidezeit vor rund 70 Millionen Jahren senkrecht aufgepresst. Dadurch trat die Osning-Sandsteinschicht an die Oberfläche." (Biologische Station Lippe)

Name

Der alte Name des Teutoburger Waldes lautet "Osning". Erstmals erwähnt wird der Osning als "Osnenge" zum Jahre 783 im Zusammenhang mit der Schlacht bei Detmold in Einhards Lebensbeschreibung Karls des Großen. Die ursprüngliche Bedeutung dieses Namens ist unklar. Im Mittelalter zählte man auch das Eggegebirge zum Osning. Für den lippischen Teil des Osnings war vom Spätmittelalter bis ins 19. Jahrhundert auch die Bezeichnung "Lippischer Wald" üblich.

Seit dem 16. Jahrhundert setzten Gelehrte den Osning mit jenem "Teutoburgiensis saltus", dem "Teutoburgischen Waldgebirge" gleich, das der antike Schriftsteller Tacitus in seinen Annalen als Ort der Varusniederlage im Jahre 9 n. Chr. erwähnte. Als Bezeichnung für den Osning wurde der Name "Teutoburger Wald" aber erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts allgemein gebräuchlich, vor allem dank des 1875 eingeweihten Hermannsdenkmals auf der Grotenburg bei Detmold, das an den Sieg der Germanen unter Arminius über die römischen Legionen erinnert.

Text: R. Linde

Weblinks

Wikipedia-Artikel

Literatur

Rainer Springhorn u. a.: Naturraum und Kulturlandschaft, in: Lippe (Landeskunde Nordrhein-Westfalen), hg. v. Wilhelm Rinne, Paderborn 1993, S. 83-124

Birgit Meineke: Zum Teutoburgiensis saltus bei Tacitus. Grenzen und Möglichkeiten einer Deutung, in: Mikrotoponyme, hg. v. Eckhard Meineke u. Heinrich Tiefenbach, Heidelberg 2011, S. 99-130

Jürgen Udolph: Osning, in: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde, Bd. 22, Berlin u. a. 2003, S. 325-327