Die Bergheide - Ein Werk der Schafe

Ehemals waren die Kammlagen von Egge und Teutoburger Wald fast komplett von Bergheiden bedeckt. Der heute zumeist durch Wald führende Hermannsweg war bei seiner Einrichtung im Jahre 1902 größtenteils ein Panoramaweg durch Heidelandschaften.

Heiden sind in ihrer Entstehung und in ihrem Fortbestand von Beweidung oder vergleichbaren Pflegemaßnahmen abhängig. Durch Aufgabe der einst sehr intensiven Beweidung und durch gezielte Aufforstung sind sie bis auf wenige Reste aus unserer Landschaft verschwunden.

Bedeutsame Relikte der Bergheiden sind am Knickenhagen erhalten geblieben und neuerlich erweitert worden. Die Schafherde der Biologischen Station wird hier im Frühherbst zur Heidepflege eingesetzt. Die nicht beweideten und nur unregelmäßig gepflegten Heiderelikte am Bärenstein entlang des Hermannsweges verschwinden mehr und mehr unter expandierendem Adlerfarn und Gehölzaufwuchs.

Bergheiden stellen wichtige Lebensräume für wärme- und lichtliebende Heidebewohner dar. Hierzu zählen Besenheide, Wiesenwachtelweizen und Harzer Labkraut als markante Blütenpflanzen. Damit liefert die Heide auch wichtige Blütenangebote für Insekten. Auch Imker wissen die Heide als Bienenweide zu schätzen.

Charakteristische Pflanzen und Insekten

Hervorzuheben sind auch Bestände des gemeinen Wacholders – einer Charakterart alter Weidelandschaften. Der Wacholder ist im NSG Externsteine jedoch (wie fast überall in Norddeutschland) überaltert und verjüngt sich nicht.

Typisch für die meisten heutigen Bergheiden (im Gegensatz zu Tieflandheiden) ist die hohe Dominanz der Blaubeere. Aus der Fauna sind Sandlaufkäfer, seltene Heuschrecken und Ameisen sowie andere wärmeliebende Insekten als typische Bewohner zu nennen.

Text: Biologische Station Lippe, Fotos: H. Sonnenburg

Heideblüte am Knickenhagen